TomTom Rider
Der elektrische Anschluss

Es wurde etliches über den Anschluss des Riders an die Motorradelektrik geschrieben. Von Stromkreisen die nicht so belastet sind war die Rede. Ich wollte es genau wissen und habe mal nachgemessen:

Rider war halb leer und ich habe ihn an die 12 V Motorrad Batterie angeschlossen um den Ladestrom zu messen:

Ladestrom zwischen 600 - 700 mA, je nach Ladezustand. Das entspricht bei 12 V einer Leistung von ca. 7 - 8 W. Ich denke, dass alle vorhandenen Stromkreise die Mehrbelastung durch den Rider verkraften.

Ganz interessant in diesem Zusammenhang finde ich, dass das Steckernetzteil, obwohl laut Aufschrift ausgelegt für 5V, 2A, nur einen Ladestrom von ca. 160 mA liefert.

 

Wer einen eigenen Stromkreis für den Rider installieren will, also wenn der Rider direkt an der Batterie angeschlossen wird, ist es unbedingt notwendig diesen Stromkreis abzusichern. Hier gibt es kein wenn und aber.

Hier einige Beispiele:

Kfz-Sicherungshalter, Gehäuse vergossen, Geeignet für Flachsicherungen, spritzwassergeschützt, gibt's in jedem Autoshop.

 

Sicherungshalter, 5x20mm, max. 6,3A-250V, Bajonettverschluss, gibt's ebenfalls im Zubehör oder im Baumarkt.


 

Ganz egal welchen Halter man nimmt, eine Sicherung 1A sollte ausreichend sein. Diese sollte so nah als möglich an der Batterie angebracht sein, dass möglichst wenig selbst verlegtes Kabel ungesichert ist. Die beste Sicherung nützt nichts, wenn das stromleitende Kabel irgendwo zwischen der Batterie und der Sicherung einen Kurzschluss verursacht. Der dabei fließende Strom ist so hoch, dass das Kabel einen Schmorbrand verursachen kann.
Ich möchte ausdrücklich auf den Hinweis im Handbuch verweisen:
Hinweis: Wenn Sie nicht genau wissen, wie Sie das Batteriekabel anschließen sollen, wenden Sie sich an Ihre örtliche Motorradwerkstatt.

Bei dieser Anschlussart, Dauerspannung an der Docking Station, ist zu beachten, dass an den Kontakten (siehe Bild) dauernd Spannung anliegt und ein Leerlaufstrom von ca. 3 mA fließt.

Das ist recht wenig, und es dauert schon ein paar Monate bis eine normale Motorrad Batterie leer ist.

Es besteht jedoch die Gefahr, dass durch Unachtsamkeit (Schlüssel oder was immer) oder durch spielende Kinder (man glaubt nicht, auf was die alles kommen) ein Kurzschluss entstehen kann. Ich würde mich mit einem Zwischenschalter, eventuell an versteckter Stelle, oder Spannung über die Zündung wohler fühlen.

 

 

Bei Dauerspannung an der Docking Station, kann Regenwasser an den doch sehr nahe zusammen liegenden Kontakten Kriechströme oder gar einen Kurzschluss verursachen?

Die elektrische Leitfähigkeit wird in Siemens pro Meter (S/m) gemessen. Ein Siemens entspricht dem Kehrwert von einem Ohm.
1 S = 1/W = 1 W-1
Bei der Leitfähigkeitsmessung handelt sich eigentlich um eine Widerstandsmessung. Bei einem geringen Gehalt an gelösten Salzen ist die Einheit Siemens pro Meter (S/m) zu groß. Daher gibt man in solchen Fällen die Leitfähigkeit in Mikro-Siemens pro Zentimeter (µS/cm) an. Ein Mikro-Siemens entspricht einem millionstel Siemens.
1 µS = 10-6 S

Wie man sieht, hat Regenwasser eine nur sehr geringe Leitfähigkeit und ich halte, auch Aufgrund der niedrigen Spannung, Kriechströme oder gar einen Kurzschluss für unwahrscheinlich.
Ich möchte aber zu bedenken geben, dass durch Verschmutzung des Regenwassers sich die elektrische Leitfähigkeit ändern kann. Kurzes abtrocknen der Kontakte nach einer Ausfahrt kann bestimmt nicht schaden.

 

Ist es denn gut für den Riderakku, ständig aus- u. wieder anzugehen, bei Anschluss über die Zündung?

Ich habe mal Kontakt mit ein paar Fachleuten aufgenommen, zwar aus einer etwas anderen Brance, aber es ging um Lithium-Ionen Akkus.
Das ganze ist sehr kompliziert, da die Akkus normalerweise aus mehreren Zellen bestehen die teilweise eigene Elektronik haben um Zellenspannungen auszugleichen etc. Fakt ist, dass es keinen Memory-Effekt gibt. Eine halb entladene Zelle "merkt" sich nicht den Ladezustand und verliert dadurch nicht an Kapazität.

Eine ganz andere Sache ist, dass jede Zelle nur eine bestimmte Anzahl von Ladezyklen verkraftet. Ich konnte nicht klären, ob das dauernde Ein- und Ausschalten jedesmal ein Ladezyklus darstellt. Ich kenne halt die Vorgehensweise vom Händies, MP3 Spielern, digitalen Kameras etc. bei denen ich grundsätzlich warte, bis der Akku leer ist und dann wieder komplett auflade.

Da ich mir nicht sicher bin, ob das Ein- und Ausschalten schadet, fahre ich mit voll aufgeladenem Rider los ohne Stromanschluss vom Motorrad, und schalte dann nur die Spannung zur Docking Station, wenn der Rider leer ist.
300 Km Tagestour, also etwa 5 Stunden reine Fahrzeit durch den Odenwald und Spessart hällt die Batterie locker aus, auch wenn schon viel früher die Anzeige zu blinken anfängt.

 

Allgemeine Info über Lithium-Ionen Akkus

Lithium-Ionen Akkus besitzen eine relativ hohe, volumenbezogene Energie (ca. 400 mWh/cm³ und mehr). Dadurch können sehr kompakte Bauformen realisiert werden. Sie lassen sich bis zu 1200 mal nachladen, wobei die Selbstentladung im Monat bei nur ca. 8% liegt. Die Ladezeit beträgt zwischen zwei und drei Stunden. Einen Memory-Effekt gibt es nicht. Außer der größeren Betriebszeit spielt bei Lithium-Batterien auch die höhere Zellenspannung von 3 V eine wichtige Rolle.

Lithiumionenakkus haben den Nachteil, daß sie mit einer einzigen Überladung oder Tiefentladung stark beschädigt werden können. Aus diesem Grund sind in den Ladegeräten entsprechende Schutzmaßnahmen eingebaut. Lithium-Ionen Akkus können bis zu 1200 Ladezyklen erreichen.

Die Lebensdauer der Lithium-Ionen Akkus ist auch bei bester Pflege begrenzt und beträgt in der Regel nur 3 bis 5 Jahre ab Herstellung. Die Alterung setzt auch ein, wenn der Akku nicht benutzt wird. Allerdings wird der Akku nicht komplett unbrauchbar sondern verliert mit dem Alter lediglich etwas seiner Kapazität.

Eine Lagerung an einem kühlen Ort verlangsamt den Alterungsprozess von Lithium-Ion (und anderen Chemien). Hersteller empfehlen Lagerungstemperaturen von 15°C. Zusätzlich sollten die Batterien während der Lagerung teilweise geladen sein. Die Hersteller empfehlen eine 40%-Ladung.

 

Wenn man den Rider vor einsetzen in die Halterung von Hand einschaltet, bleibt der Rider denn beim nächsten Stop ohne Zündung an oder geht er aus ?

Ich habe alle möglichen Kombination durchgespielt:

1. Kein Strom zur Docking Station

Der Rider ist immer an bzw. aus, je nachdem was man eben von Hand einstellt. Das Einsetzen in die Docking Station ist ohne Auswirkungen.

 

2. Schaltung über Zündung

a. Rider aus vor dem Einsetzen in die Docking Station:
Beim Einschalten der Zündung bekommt der Rider Spannung und geht an. Es fließt ein Strom von 600-700mA. Beim Ausschalten der Zündung läuft der Rider noch etwa 5 Sekunden nach und geht dann aus. Beim Wiedereinschalten der Zündung geht der Rider wieder an.

b. Rider an vor dem Einsetzen in die Docking Station:
Beim Einschalten der Zündung bekommt der Rider Spannung und es fließt ein Strom von 600-700mA. Beim Ausschalten der Zündung läuft der Rider noch etwa 5 Sekunden nach und geht dann aus. Beim Wiedereinschalten der Zündung geht der Rider wieder an.

 

3. Dauerspannung

a. Rider aus vor dem Einsetzen in die Docking Station:
Beim Einsetzen in die Docking Station bekommt der Rider Spannung und geht an. Es fließt ein Strom von 600-700mA. Der Rider bleibt an, bis er aus der Docking Station entfernt wird.

b. Rider an vor dem Einsetzen in die Docking Station:
Beim Einsetzen in die Docking Station bekommt der Rider Spannung und es fließt ein Strom von 600-700mA. Der Rider bleibt an, bis er aus der Docking Station entfernt wird.

 

4. Dauerspannung über seperaten Ein- Ausschalter

a. Schalter aus, keine Spannung zur Docking Station
Wie bei Punkt 1.

b. Schalter ein Spannung liegt an der Docking Station an:
Es fließt ein Strom von 600-700mA. Der Rider bleibt an, bis er aus der Docking Station entfernt wird oder über den Schalter ausgeschaltet wird.

 

Wünsche genussvolle Ausfahrten und allzeit eine sichere Heimkehr.